Microsoft Fabric IQ: Die Enterprise Ontology als Gehirn für KI-Agenten
🔄 Update — 15. Juni 2026: Microsoft Fabric kooperiert mit Replit für KI-gestützte App-Entwicklung
Microsoft und Replit haben eine Partnerschaft angekündigt, um die Entwicklung und Bereitstellung von Unternehmensdaten-Anwendungen direkt in Microsoft Fabric zu ermöglichen. Mithilfe der KI-unterstützten Entwicklungsumgebung von Replit und dem neuen Open-Source-Rayfin-SDK können Entwickler schnell “vibe-coded” Applikationen erstellen, die direkt auf OneLake zugreifen.
Was ist neu?
- Replit-Integration & Rayfin-SDK: Entwickler können Anwendungen mithilfe von Replit-KI-Agenten direkt über das neue Rayfin-SDK und die CLI in ihrem Fabric-Tenant erstellen und hosten.
- OneLake-Anbindung: Applikationen greifen direkt auf Daten in OneLake zu, wodurch externe Datenbanken und komplexe Datenpipelines überflüssig werden.
- Enterprise-Governance: Die standardmäßige Integration mit Microsoft Entra ID und Microsoft Purview stellt sicher, dass alle entwickelten Apps sicher und konform innerhalb der Unternehmensgrenzen verbleiben.
Warum es den Artikel ergänzt
Diese Integration schließt die Lücke zwischen den strukturierten Unternehmensdaten in Fabric IQ und maßgeschneiderten KI-Anwendungen. Durch die Vereinfachung des Entwicklungsprozesses können Unternehmen nun schnell agentische Tools erstellen, die direkt auf der zentralen Enterprise Ontology aufbauen.
🔄 Update — 10. Juni 2026: Microsoft Fabric integriert EPM/CPM-Planung nativ
Microsoft hat Planning in Fabric (Teil von Fabric IQ) als integrierte EPM/CPM-Funktionalität vorgestellt. Damit können Budgets, Prognosen und Szenariomodelle direkt auf derselben OneLake-Datenbasis gepflegt werden, ohne dass ein Datentransfer in Drittsysteme nötig ist. Zudem vereinfachen neue administrative Features im Workload-Admin-Portal und neue SKU-Zuweisungen die Kapazitätssteuerung.
Was ist neu?
- Native EPM/CPM-Planung: Die Integration von Plan, PowerTable und Intelligence in Fabric IQ ermöglicht eine lückenlose Budgetierung und Szenarienmodellierung.
- Kein Datentransfer: Da die Planung direkt auf OneLake aufbaut, entfallen Latenzen und Abgleicharbeiten mit externen Systemen.
- Admin-Erweiterungen: Das neue Workload-Admin-Portal bietet erweiterte Überwachungsmöglichkeiten für Kapazitäten und Artikelkonfigurationen.
- SKU-Befreiung in der Vorschau: Die Planungs-Funktionen sind in der Preview-Phase über bestehende Kapazitäten (F-SKUs) ohne zusätzliche Kosten nutzbar.
Warum es den Artikel ergänzt
Die native EPM/CPM-Planung erweitert die Enterprise Ontology von Fabric IQ um zukunftsgerichtete Finanz- und Szenariodaten. Dadurch können KI-Agenten nicht nur historische Daten interpretieren, sondern auch direkt in Prognose- und Budgetierungsprozesse einbezogen werden.
Zusammenfassung
Microsoft hat mit Fabric IQ eine neue Intelligenzschicht für das Fabric-Ökosystem vorgestellt. Kernstück ist die sogenannte „Enterprise Ontology“, die als semantische Brücke zwischen Rohdaten und KI-Agenten fungiert. Dies ermöglicht es Unternehmen, Daten aus verschiedenen Quellen einheitlich zu interpretieren und KI-gestützte Analysen auf ein neues Level an Zuverlässigkeit zu heben.
Was ist passiert?
Im Rahmen der Weiterentwicklung von Microsoft Fabric wurde Fabric IQ eingeführt (derzeit in der Preview-Phase). Es handelt sich dabei um eine Schicht, die über OneLake liegt und Daten nicht nur speichert, sondern ihnen eine geschäftliche Bedeutung zuweist. Durch die Integration mit Azure AI Foundry können KI-Agenten nun direkt auf diese Ontologie zugreifen, um komplexe Geschäftsfragen in natürlicher Sprache zu beantworten.
Warum es wichtig ist
Die größte Hürde für KI im Unternehmen ist oft der fehlende Kontext. Ohne Verständnis für die Beziehungen zwischen Kunden, Aufträgen und Produkten neigen LLMs (Large Language Models) zu Halluzinationen. Fabric IQ löst dieses Problem, indem es eine „Sprache des Unternehmens“ definiert, die sowohl für Menschen als auch für Maschinen verständlich ist. Dies macht KI-Agenten zu echten Business-Partnern, die autonom über Datenbestände hinweg schlussfolgern können.
Beweise
- Offizielle Dokumentation: Microsoft hat detaillierte Guides zur Konfiguration von Fabric IQ und dessen Integration in Agent-Workflows veröffentlicht.
- Integration: Die Verknüpfung mit dem Model Context Protocol (MCP) in Azure AI Foundry zeigt den strategischen Fokus auf agentische Workflows.
- Funktionen: Features wie NL2Ontology (Natural Language to Ontology) ermöglichen die direkte Abfrage komplexer Datenmodelle ohne SQL-Kenntnisse.
Analyse
Fabric IQ markiert den Übergang von Microsoft Fabric von einer reinen Datenplattform zu einer Intelligenzplattform. Während klassische semantische Modelle primär für das Reporting optimiert sind, ist die Enterprise Ontology auf das „Reasoning“ (Schlussfolgern) ausgelegt. Dies ist ein entscheidender Schritt für die Skalierung von KI-Anwendungen, da die mühsame manuelle Datenaufbereitung für jeden einzelnen Bot entfällt.
Praktische Erkenntnisse
- Zentrale Definition: Unternehmen sollten beginnen, ihre Kern-Geschäftsbegriffe zentral in der Ontologie zu definieren, anstatt Silos in Power BI oder SQL-Datenbanken zu pflegen.
- Agent-Readiness: Fabric IQ ist die Voraussetzung, um KI-Agenten sicher auf Unternehmensdaten loszulassen, ohne dass diese die Orientierung verlieren.
- Governance: Da Fabric IQ die Sicherheits- und Compliance-Regeln von Fabric erbt, bleibt die Datenhoheit gewahrt.
Offene Fragen
- Preismodell: Die genauen Kosten nach der Preview-Phase sind noch nicht vollständig bekannt.
- Performance: Wie skaliert die Ontologie-Abfrage bei extrem großen und komplexen globalen Datenmodellen?