Steigende Cyberbedrohungen im Gesundheitswesen: Neue AÖGW E-Learnings stärken IT-Sicherheit und KI-Kompetenz
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Steigende Cyberbedrohungen im Gesundheitswesen: Neue AÖGW E-Learnings stärken IT-Sicherheit und KI-Kompetenz

calendar_month 12. Juni 2026

Steigende Cyberbedrohungen im Gesundheitswesen: Neue AÖGW E-Learnings stärken IT-Sicherheit und KI-Kompetenz

Zusammenfassung

Die Bedrohung durch Cyberangriffe im Gesundheitssektor und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) nimmt rasant zu. Erfolgreiche Hackerangriffe können sensible Patientendaten kompromittieren und gesamte Institutionen lahmlegen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) zwei neue, praxisnahe E-Learning-Kurse veröffentlicht: „Cyber-Security – Basics“ und „KI & Cyber Security“. Diese richten sich ohne Vorkenntnisse an Beschäftigte im Gesundheitswesen und vermitteln essenzielle Grundlagen zur Absicherung digitaler Arbeitsbereiche sowie zum Verständnis der Ambivalenz von Künstlicher Intelligenz bei Sicherheitsfragen.

Was ist passiert?

Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) hat in Kooperation mit den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zwei neue, webbasierte Fortbildungsangebote online gestellt. Die Kurse behandeln zentrale Aspekte der digitalen Sicherheit:

  • „Cyber-Security – Basics“: Ein etwa 10-minütiger Kurs, der die gängigsten Angriffsvektoren wie Phishing-E-Mails, DDoS-Massenangriffe und bösartige Internet-Downloads erläutert. Er zeigt auf, wie IT-Sicherheitskulturen im Berufsalltag sowie mobil etabliert werden können und was im Ernstfall zu tun ist.
  • „KI & Cyber Security“: Ein etwa 25-minütiges E-Learning, das die wachsende Bedeutung von KI im ÖGD beleuchtet. Es demonstriert die janusköpfige Natur der KI – einerseits als Werkzeug für Cyberkriminelle (z. B. zur Generierung von Deepfakes oder automatisiertem Schadcode), andererseits als mächtiger Abwehrmechanismus zur automatisierten Erkennung und Abwehr von Bedrohungen.

Warum es wichtig ist

Der Gesundheitssektor ist ein besonders attraktives Ziel für Cyberkriminelle, da Ausfälle von Systemen unmittelbare Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben und kritische Infrastrukturen betreffen. Ein Mangel an Security-Awareness unter den Mitarbeitenden stellt nach wie vor das größte Einfallstor für Angriffe dar. Die Bildungsinitiative der AÖGW zielt darauf ab, diese Sicherheitslücke durch niedrigschwellige Fortbildung im Arbeitsalltag zu schließen. Gleichzeitig fordert der Einzug von KI-Technologien neue Kompetenzen, um sowohl die Chancen der Technologie zu nutzen als auch die Risiken neuer Angriffsvektoren wie hochpräzises Phishing oder KI-generierte Malware einzuschätzen.

Beweise

Die Relevanz dieser Bildungsoffensive wird durch folgende Belege untermauert:

  • Offizielle Kursfreischaltung: Die AÖGW hat die Kurse offiziell am 11. Juni 2026 freigegeben und bietet diese flexibel und kostenlos über ihre Lernplattform an.
  • Wachsende Bedrohungslage: IT-Sicherheitsberichte des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) stufen das Gesundheitswesen kontinuierlich als Kernbereich der kritischen Infrastrukturen (KRITIS) mit erhöhtem Gefährdungspotenzial ein.
  • Wachsender Bedarf an Zertifizierungen und Schulungen: Wie Berichte von Forbes Advisor zeigen, gewinnt die formale und informale Ausbildung im Bereich Cyber-Security global massiv an Bedeutung, da der Fachkräftemangel in der IT-Sicherheit anhält.

Analyse

Die Veröffentlichung dieser Kurse verdeutlicht einen strategischen Wandel in der Abwehr von Cyberbedrohungen. Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht mehr aus; der „Faktor Mensch“ muss durch kontinuierliche Sensibilisierung gestärkt werden. Das zeigt sich besonders beim Thema KI. Während Cyberkriminelle KI nutzen, um Angriffe zu skalieren und persönlicher zu gestalten (z. B. durch perfekt formulierte Phishing-Mails in verschiedenen Sprachen), bietet KI-gestützte Sicherheitssoftware die Möglichkeit, Anomalien im Netzwerkverkehr in Echtzeit zu erkennen. Die Schulung des Personals ist daher kein optionales Extra, sondern eine fundamentale Säule moderner IT-Sicherheitsarchitekturen.

Praktische Erkenntnisse

Für Organisationen im Gesundheitswesen und im öffentlichen Sektor ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen:

  1. Schulungsangebote nutzen: Die E-Learnings der AÖGW sollten in die Standard-Onboarding-Prozesse und regelmäßigen Pflichtschulungen für alle Mitarbeitenden integriert werden.
  2. Sicherheitskultur etablieren: Mitarbeitende müssen ermutigt werden, potenzielle Sicherheitsvorfälle (wie verdächtige E-Mails) ohne Angst vor Repressalien sofort zu melden.
  3. Mobiles Arbeiten absichern: Da die Kurse auch mobile Endgeräte thematisieren, sollten Richtlinien für die Nutzung von Diensthandys und das Arbeiten von unterwegs klar definiert und geschult werden.
  4. KI-Richtlinien definieren: Der Einsatz von KI-Tools im Arbeitsalltag sollte durch klare Richtlinien geregelt werden, um das ungewollte Abfließen sensibler Daten zu verhindern.

Offene Fragen

  • Wie schnell können solche Lerninhalte an neue, sich rasant entwickelnde KI-Angriffsmethoden angepasst werden?
  • Reichen kurze E-Learnings von 10 bis 25 Minuten aus, um eine nachhaltige Verhaltensänderung bei den Beschäftigten zu bewirken, oder bedarf es tiefergehender, praxisorientierter Simulationen?
  • Inwieweit werden kleinere Gesundheitseinrichtungen und ÖGD-Außenstellen IT-technisch ausreichend unterstützt, um die gelernten Sicherheitsmaßnahmen auch infrastrukturell umzusetzen?

Quellen

  1. Zwei neue AÖGW-Cyber-Security-E-Learnings aus der Kooperation mit Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein online
  2. GeeksforGeeks: Introduction to Cyber Security
  3. Forbes Advisor: Cybersecurity Certifications Guide